Es war einmal…

…so beginnen die meisten Märchen.
Das Internet und im besonderen das WWW haben auch etwas Märchenhaftes und ich will im Folgenden erzählen, wie ich es entdeckt und erlebt habe:
Es begann wohl damit, dass mein Bruder mir ein paar – natürlich englischsprachige – Bücher gab, die er wohl bei Boysen und Maasch (wurde später in den Thalia in der Spitalerstraße integriert), Lehmanns oder Marissal in Hamburg gekauft hatte (ja, damals musste man/frau solche englischsprachigen Fachbücher noch in einem Spezialbuchhandel kaufen, weil nur diese die Bücher importierten und, nein, Amazon, bol, … , gab es noch nicht und bis man/frau dort anstatt per Kreditkarte per Rechnung oder Lastschrift einkaufen konnte, dauerte es auch noch eine ganze Zeit).
Eines davon war definitiv „Web Pages That Suck: Learn Good Web Design by Looking at Bad Web Design“ von Vincent Flanders und Michael Willis.
Ihre Website existiert immer noch, nach nunmehr 18 (!) Jahren.
Ich bekam einen Eindruck davon, wie schlecht schlechte Websites aussehen können.
Allerdings beschränkt sich dies nicht nur auf den englischsprachigen Sprachraum, oder speziell die USA, die Vincent Flanders im Besonderen beobachtet.

Wie wurden diese Websites, die damals noch Homepages hießen, erstellt?
Meine Neugier war geweckt und ich machte mich auf die Suche nach dem Code, der für die Erstellung dieser Websites genutzt wurde, eine Seitenbeschreibungssprache namens HTML (von AJAX, JavaScript und vor allem CSS war damals noch nicht die Rede, allenfalls vielleicht von XML und später viel von XHTML, aber dHTML war schon ein Thema, zu dem ich später noch kommen werde).
Ich fand im Netz bereits verschiedene Quellen, z.B. natürlich SELFHTML, dessen Dokumentation ich mir von CompuServe ziehen wollte, aber mit einem 28.8 kbps (ja, richtig gelesen, 28.800 bit, bit nicht byte wohlgemerkt; das war immerhin doppelt so schnell wie das 14.400 kbps-Modem, aber nur halb so schnell wie mein späteres 56 kbps-Modem, von solchen Dingen wie ISDN mit 64 kbps oder per Doppelung mit 128 kbps gar nicht zu reden…) war das erstens ein Ding der Unmöglichkeit  und zweitens wäre jeder Buchstaben aus Gold gewesen, da die damaligen Kosten für die Modem-Verbindungen im Vergleich zu heute astronomisch waren.
Es war immerhin schon besser geworden, denn nur kurz zuvor musste man/frau sich noch in Knoten einwählen, die nicht bundesweit zum gleichen Kurs abgerechnet wurden, sondern zum jeweiligen Ortstarif. Wählte man/frau von der netten, kleinen und bescheidenen Kleinstadt Mölln aus z.B. eine Mailbox in Hamburg oder auch Lübeck an, dann war das ein Ferngespräch! Zur Erklärung: Es gab Ortsgespräche (alle Anschlüsse mit der gleichen Vorwahl), die zu 23 Pfennig im 8-Minuten-Takt abgerechnet wurden (noch wenige Jahre davor konnte man/frau von der Telefonzelle für 20 Pfennig unbegrenzt Ortsgespräche führen…), einen weiteren Tarif für die nähere Umgebung, sowie einen Tarif für Ferngespräche, die diesen Radius überschritten und schweineteuer waren!
Menschen, die in Großstädten wie Hamburg oder Berlin lebten, hatten natürlich das große Glück, dass sie einen riesigen Radius hatten und alles zum Ortstarif erreichen konnten und natürlich saßen in diesen Städten auch die jeweiligen Anbieter oder deren Ableger.

Es gab bereits Zeitschriften für Telespiele und die „Computer“ der damaligen Zeit von Apple, Atari, Commodore oder die frühen PCs der SX- und DX-Reihen (286, 386, 486, …, Pentium!) wie z.B. Happy Computer, Chip und die c’t. Irgendwann kamen diese nur noch mit eingeklebten CDs daher, auf denen Software, Spiele, Demoware, Updates, usw. zu finden war, aber auch Dokumentationen wie SELFHTML.

Google AdWords Zertifizierung

Ich habe mich schon lange mit AdWords beschäftigt, aber bisher nicht darüber nachgedacht, mich zertifizieren zu lassen.
Da ich aber krankheitsbedingt jetzt gerade viel Zeit habe, wollte ich dies nachholen, um mit der vielen Zeit wenigstens etwas Sinnvolles anzustellen, wenn ich schon sonst nichts machen kann.
Ich dachte, es gäbe noch das alte Programm, bei dem die Prüfung 50$ kostet, egal, ob man/Frau besteht oder nicht.
Dem ist aber nicht mehr so (jedenfalls bei AdWords, die Analytics-Prüfung IST etwas anderes), denn es gibt jetzt das Google Partners-Programm.

Die Prüfungen der Google AdWords Zertifizierung sind jetzt kostenlos, aber es gibt doch ein, zwei Änderungen, wie auch Judith Hartmann schon in Ihrem Blog SEMpathie geschildert hat.Wenn man/frau die Prüfung ablegt, aber nicht erfolgreich ist, so kann sie nach sieben Tage wiederholt werden.

Google Partners bietet selber die Vorbereitungsunterlagen zum Durcharbeiten an, die aber recht umfangreich sind. Sofern jemand nicht ein enzyklopädisches und/oder fotografisches Gedächtnis hat, so bietet sich dies als Anfang an, ist aber nicht die perfekte Vorbereitung zur eigentlichen Prüfung.

Glücklicherweise hat Frederick Vallaeys, der ehemalige AdWords Evangelist zwei Refresher Hangouts aufgenommen, eines zur Grundlagenprüfung (Refresher Hangout: Fundamentals Exam) und eines zur Fortgeschrittenenprüfung Displaywerbung (Refresher Hangout: Advanced Display Exam).

Von Frederick Vallaeys gibt es leider noch kein Refresher Hangout für das Advanced Search Exam, also die Fortgeschrittenenprüfung für das Suchmaschinenmarketing, aber es gibt eins vom offiziellen Google Partners Kanal (AdWords Certification Advanced Search Exam Prep)

Wer ein Gefühl für die Art der Fragen bekommen möchte, sollte bei Youtube mal nach „Google Exam“ suchen, dort gibt es einige Beispiele, genauso wie bei Abakus oder der Google Adwords Community.

Unabdingbar ist natürlich die Einrichtung und (intensive) Nutzung eines AdWords-Kontos, sofern dies noch nicht geschehen sein sollte.

Dies kann ich mir aber nur schwer vorstellen, da der masochistische Wunsch nach Zertifizierung zumeist aus der (intensiven) Beschäftigung mit AdWords erwächst.

Judith schlägt als Vorbereitung den üblichen Verdächtigen vor, das Google AdWords-Buch von Alexander Beck, dessen dritte Auflage zwar sehr gut und umfangreich ist, durch das Erscheinungsdatum 2011/2012 in einigen Belangen veraltet ist und andere noch gar nicht beinhaltet, da es sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gab.

Im englischsprachigen Buchmarkt gibt es auch die üblichen Verdächtigen, nämlich die Bücher von Perry Marshall oder Brad Geddes, aber für die Prüfungsvorbereitung empfehle ich die beiden Bücher von Keith Penn, die als Kindle-Version kostenlos in der Leihbibliothek ausgeliehen werden können (wenn jemand im Besitz eines Kindles ist), allerdings auch nicht so teuer sind, dass man/frau sie sich nicht leisten könnte:

The Google Fundamentals Exam Prep Guide for AdWords Certification 2015 Edition

The Google Advanced Search Exam Prep Guide for AdWords Certification 2015 Edition

Allen, die die Zertifizierung ablegen, wünsche ich viel Glück und Erfolg!

SEO ist ein merkwürdiges Geschäft

Warum merkwürdig?
Weil es des Merkens würdig ist. 😉
Als es noch keine Suchmaschinen, kein Internet, geschweige denn das www, also world wide web, gab, war das Gedächtnis dafür zuständig, sich Dinge zu merken.
Gebildete Menschen waren an ihrem Verstand ( und wie sie ihn benutzten ) zu erkennen, und daran, was in ihrem Gedächtnis gespeichert war.
Dieses Wissen haben sie sich über lange Zeit durch das Lesen von Büchern, Zeitungen, etc., Radio hören, Fernsehen und nicht zuletzt durch Frontalunterricht in Schule und weiterer Ausbildung angeeignet.
Menschen mit einem guten Gedächtnis konnten Mängel in schneller Auffassungsgabe damit ausgleichen, dass sie vernetzt denken konnten.
Wer den Mentalist regelmäßig sieht, kennt den berühmten Gedächtnispalast, einer der Techniken für ein gutes Gedächtnis.
Auch er wird in einem recht alten Buch beschrieben, das es nur noch in modernen Antiquariaten gibt, „der schnelle Weg zum guten Gedächtnis“ von Harry Lorayne, einem amerikanischen Zauberer und Gedächtniskünstler.
Ich habe es mir damals in der Möllner Bücherei ausgeliehen (geht heute noch jemand in eine Bücherei?) und war begeistert.
Um sich Zahlen zu merken, gibt es die Substitutionstechnik des Major-Systems, die mit Stenografie verglichen werden kann. Den Zahlen 0 bis 9 werden dabei einzelne Konsonanten oder Konsonantenpaare zugeordnet, das n steht z.B. für die 2 (Eselsbrücke: 2 Stege), das m für 3 (Eselsbrücke: 3 Stege). Um sich Zahlen zu merken, werden die Konsonanten mit Vokalen und nicht genutzten Konsonanten zu Wörtern und Sätzen aufgefüllt, die Zahl 23 wäre dann z.B. Name, 22 wird zur Nonne, 232 zu Namen oder Nomen, hierbei gilt immer der Klang, nicht die Orthografie, Mamma hat also den Wert 33, nicht 333 und Nonne 22 und nicht 222!
Menschen können sich Wörter und Sätze besser merken als abstrakte Zeichen und Zahlen, weil sich dahinter Bilder verbergen, mit denen unser Gehirn besser arbeiten kann.
Telefonnummern behielt man früher im Kopf, was in Kleinstädten und vor Einführung von ISDN und vor allem den noch längeren Mobilfunknummern noch einfach war.
Der durchschnittliche Mensch kann sich unter besten Voraussetzungen 7 +/- 2 Dinge merken (Männer, die von Frauen zum Einkaufen geschickt werden sollten bei einer Menge von mehr als drei Dingen eine Liste erhalten!).
Das bedeutet, dass wir uns 5327614 genauso gut oder schlecht merken können wie lmnkgtr, oder auch Allee, Oma, Noah, Kuh, Asche, Tee, Reh. Will man/sich nun diese Nummer zu einer Person merken, so beginnt man einen Satz, der mit dem Namen der Person beginnt und verknüpft die Nomen, die für Zahlenwerte stehen, mit Verben, denen keine Zahlenwerte zugeordnet werden. Geben Sie sich Mühe bei der Konstruktion der Geschichte und stellen Sie sich die Dinge wirklich vor, denn dann kann sich das Gehirn dies besser merken. Je obskurer und verrückter umso besser:
Anja ging durch die Allee, traf ihre Oma und beide verliebten sich in den biblischen Noah, der eine lila Kuh mit Asche einrieb, alle tranken sie zusammen Tee und ritten auf einem Reh davon.
Dies ist natürlich nur die einfache Variante, es gibt natürlich auch Platzhalter-Worte von 0 bis 99 und sogar bis 999, weil Menschen dazu neigen, Telefonnummern in Zweier- oder Dreierblöcke aufzuteilen.
Übung macht hier den/die Meister(in).
Was hat das jetzt mit SEO, also Suchmaschinenoptimierung zu tun?
Es geht darum, wie MENSCHEN denken und Muster wahrnehmen, nicht wie (Such-)MASCHINEN dies tun oder simulieren!
Also sollten Inhalte, vor allem Texte, für Menschen gemacht sein.
Das schließt nicht aus, dass bei der Erstellung von Inhalten und Texten die Funktionalität von Suchmaschinen berücksichtigt werden (sollten).
Dies ist keine Hexerei und lässt sich mit gesundem Menschenverstand, Statistik, Erfahrung und ein wenig Recherche erreichen.