SEO ist ein merkwürdiges Geschäft

Warum merkwürdig?
Weil es des Merkens würdig ist. 😉
Als es noch keine Suchmaschinen, kein Internet, geschweige denn das www, also world wide web, gab, war das Gedächtnis dafür zuständig, sich Dinge zu merken.
Gebildete Menschen waren an ihrem Verstand ( und wie sie ihn benutzten ) zu erkennen, und daran, was in ihrem Gedächtnis gespeichert war.
Dieses Wissen haben sie sich über lange Zeit durch das Lesen von Büchern, Zeitungen, etc., Radio hören, Fernsehen und nicht zuletzt durch Frontalunterricht in Schule und weiterer Ausbildung angeeignet.
Menschen mit einem guten Gedächtnis konnten Mängel in schneller Auffassungsgabe damit ausgleichen, dass sie vernetzt denken konnten.
Wer den Mentalist regelmäßig sieht, kennt den berühmten Gedächtnispalast, einer der Techniken für ein gutes Gedächtnis.
Auch er wird in einem recht alten Buch beschrieben, das es nur noch in modernen Antiquariaten gibt, “der schnelle Weg zum guten Gedächtnis” von Harry Lorayne, einem amerikanischen Zauberer und Gedächtniskünstler.
Ich habe es mir damals in der Möllner Bücherei ausgeliehen (geht heute noch jemand in eine Bücherei?) und war begeistert.
Um sich Zahlen zu merken, gibt es die Substitutionstechnik des Major-Systems, die mit Stenografie verglichen werden kann. Den Zahlen 0 bis 9 werden dabei einzelne Konsonanten oder Konsonantenpaare zugeordnet, das n steht z.B. für die 2 (Eselsbrücke: 2 Stege), das m für 3 (Eselsbrücke: 3 Stege). Um sich Zahlen zu merken, werden die Konsonanten mit Vokalen und nicht genutzten Konsonanten zu Wörtern und Sätzen aufgefüllt, die Zahl 23 wäre dann z.B. Name, 22 wird zur Nonne, 232 zu Namen oder Nomen, hierbei gilt immer der Klang, nicht die Orthografie, Mamma hat also den Wert 33, nicht 333 und Nonne 22 und nicht 222!
Menschen können sich Wörter und Sätze besser merken als abstrakte Zeichen und Zahlen, weil sich dahinter Bilder verbergen, mit denen unser Gehirn besser arbeiten kann.
Telefonnummern behielt man früher im Kopf, was in Kleinstädten und vor Einführung von ISDN und vor allem den noch längeren Mobilfunknummern noch einfach war.
Der durchschnittliche Mensch kann sich unter besten Voraussetzungen 7 +/- 2 Dinge merken (Männer, die von Frauen zum Einkaufen geschickt werden sollten bei einer Menge von mehr als drei Dingen eine Liste erhalten!).
Das bedeutet, dass wir uns 5327614 genauso gut oder schlecht merken können wie lmnkgtr, oder auch Allee, Oma, Noah, Kuh, Asche, Tee, Reh. Will man/sich nun diese Nummer zu einer Person merken, so beginnt man einen Satz, der mit dem Namen der Person beginnt und verknüpft die Nomen, die für Zahlenwerte stehen, mit Verben, denen keine Zahlenwerte zugeordnet werden. Geben Sie sich Mühe bei der Konstruktion der Geschichte und stellen Sie sich die Dinge wirklich vor, denn dann kann sich das Gehirn dies besser merken. Je obskurer und verrückter umso besser:
Anja ging durch die Allee, traf ihre Oma und beide verliebten sich in den biblischen Noah, der eine lila Kuh mit Asche einrieb, alle tranken sie zusammen Tee und ritten auf einem Reh davon.
Dies ist natürlich nur die einfache Variante, es gibt natürlich auch Platzhalter-Worte von 0 bis 99 und sogar bis 999, weil Menschen dazu neigen, Telefonnummern in Zweier- oder Dreierblöcke aufzuteilen.
Übung macht hier den/die Meister(in).
Was hat das jetzt mit SEO, also Suchmaschinenoptimierung zu tun?
Es geht darum, wie MENSCHEN denken und Muster wahrnehmen, nicht wie (Such-)MASCHINEN dies tun oder simulieren!
Also sollten Inhalte, vor allem Texte, für Menschen gemacht sein.
Das schließt nicht aus, dass bei der Erstellung von Inhalten und Texten die Funktionalität von Suchmaschinen berücksichtigt werden (sollten).
Dies ist keine Hexerei und lässt sich mit gesundem Menschenverstand, Statistik, Erfahrung und ein wenig Recherche erreichen.